Pullover selbst gestalten

Selbst einmal Trendsetter sein? Pullover selbst gestalten macht's möglich.

Zu meiner Jugendzeit gab es relativ wenig Auswahl auf dem Markt, was gute Pullover betraf. Wollten wir etwas solides Warmes, gab es entweder den schlichten Pulli oder die geschmacklich umstrittenen Norweger. Das gab uns Freiraum für fantasievolle Ideen. Wir wollten unsere Pullover selbst gestalten. Ein Strickmuster zu entwerfen war damals keine Kunst.

Zunächst macht man sich ein Bild, wie der Pullover am Körper aussehen soll. Eine Zeichnung des Gesamtkunstwerks mit den Farben, die man sich vorstellt, geben die Basis. Dann benötigt man eine Maschenprobe der Wolle, die man verwenden möchte. 20 Reihen zu je 20 Maschen geben genügend Fläche um die einzelne Maschengröße zu berechnen. Danach fertigt man ein Gitter an, auf das der Musterentwurf übertragen wird.

Einige versuchten, diesen Vorgang zu vereinfachen, indem sie das Muster einfach auf kariertes Papier zeichneten und beim Stricken pro Kasten eine Masche ausführten. Das hatte zur Folge, dass das Endergebnis sehr gedrungen aussah, denn eine gestrickte Masche ist höher als breit. Die Selbstsicheren trugen ihre Erstgestaltungen mit dem Hinweis auf kreative Freiheit; die Folgemodelle wurden besser.

Die Kreativität jener Tage gab der Modeindustrie neue Impulse. Wir waren also quasi Trendsetter. Immer mehr Muster, Bilder und Infos gibt es von der Stange. Nun treibt unsere Kinder die Sehnsucht, die eigenen Ideen tragen zu können. Sie wollen ihre Pullover selbst gestalten. Auch wenn sie nicht selbst stricken, haben sie Techniken, wie Applikation, Druck oder individuelle Materialmixe, mit denen sie immer wieder Neues schaffen.

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